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Versuch eines Neuanfangs

Dies ist also mein erster Versuch, einen Blog zu fuehren. Und das noch nicht einmal mit gescheitem Kontingent an Umlauten! Bis naechsten Donnerstag muss ich mich wohl ohne die geliebten Umlaute und Eszetts zufrieden geben. Ob mich das umbringen wird? Wer weiss. Hach, wie schoen es doch waere wieder in "Good Old Germany" zu sein. Ich heule schon wieder.. Und damit faengt schon alles an. Was soll ich noch mehr schreiben? Dieser Blog wird mir helfen, mich in meinem Selbstmitleid zu ergehen. Er wird mir schwere Last von den Schultern nehmen, meine Seele durchscannen. Na, vielleicht ist es doch nicht alles. Womoeglich wachse ich noch ueber mich hinaus. Erwartungen habe ich nicht. Das einzige, was ich hier tun werde, ist, mir so viel wie moeglich von der Seele zu schreiben. Nur eine Massnahme (Oh Gott, wie schrecklich ohne Eszett!), einem Seelenklempner zu entgehen? Mal sehen. Wir werden sehen...

3 Kommentare 19.9.07 01:00, kommentieren

Geheime Ecken und ihre Eigenheiten

Wo ich mich zur Zeit befinde? Und ob ich nicht freiwillig hier bin?

Also, zunaechst einmal traue ich mich kaum auszusprechen, wo ich mich aufhalte. Dieser Ort birgt so viele Klischees, dass ich gar nicht erst damit anfangen moechte sie heraufzubeschwoeren. Eins kann ich verraten.. Es ist eine Insel. Eine sehr schoene. Nennen wir sie einfach Isla Bonita.

Zum zweiten Punkt: Ganz unfreiwillig bin ich nicht hier. Nein, vielmehr, ich habe mir diesen Ort selbst ausgesucht und weiss, dass ich allein mit der Situation zurechtkommen muss. Zudem ist es nicht mehr lange. Naechste Woche Donnerstag schon sitze ich im Flieger zurueck nach Deutschland. 

Dennoch sitze ich hier fest. Passe auf Kinder auf, die mich nerven, obwohl sie nur dasitzen. Die Zeit vergeht so langsam.. so lang ist mir noch nie etwas vorgekommen, glaube ich. Au Pair fuer anderthalb Monate. Vielleicht war es nicht die brillianteste Idee, die ich jemals hatte. Doch was haette ich sonst mit dieser Zeit angefangen?! Wer weiss.. Womoeglich haette ich mich zu Hause oder in Goettingen auch gelangweilt. Ausserdem wollte ich Spanisch lernen. Nun spreche ich zwar nicht das allerbeste Castellano, aber kann mich ein bisschen besser verstaendigen.

 

Zu meinem heutigen Erlebnis:

Heute morgen hatte ich zwei Stunden Zeit, um etwas zu entspannen, bevor die Kids aus der Schule kamen. Wieder einmal fuhr ich zur der etwas entlegenen, "einsamen" (!) Bucht, die ich vor ein paar Wochen ausfindig gemacht hatte. Tja, von wegen einsam und verlassen! Es stellte sich heraus, dass sich dort so einiges abspielt... was man vorher nicht geahnt haette. Als ich vom Felsen hinuntersah zur Bucht, raekelte sich im tuerkisblauen Wasser ein halbnacktes Maedel, umringt von zwei Fotografen. Anscheinend habe ich ein mehr oder minder geheimes Fotoshooting beobachtet. Ich, geistesgegenwaertig wie ich bin, zuecke natuerlich meine Kamera und mache ein paar Fotos. Der Beweis! Ich habe es mitbekommen, niemand anders.

Dann habe ich mich schnell aus dem Staub gemacht, damit sie mich nicht entdecken und mir womoeglich die Kamera aus der Hand reissen. Mein geliebter Fotoapparat.. Das waere ja noch schoener gewesen. In dem Moment ist mir so einiges durch den Kopf gegangen: Was, wenn sie dich erwischen? Wuerden sie die Kamera an sich nehmen? Oder den MemoryStick mit all den Bildern vor meinen Augen vernichten?...

Ich wollte mich also sonnen und ein bisschen baden gehen. Ein wenig weiter entfernt ist noch so ein schnuckeliges Eckchen, wo ich mich dann auch gleich niedergelassen habe. Da es heiss ist, erfrische ich mich im kalten Nass. Ploetzlich hoere ich hinter mir im Gebuesch etwas rascheln. Als ich mich umdrehe, steht dort ein Kerl. Ich denke mir nichts dabei, sondern schwimme meine Runden. Als ich das naechste Mal zurueck zum Ufer schaue, liegt er nackt auf dem Ruecken und schaut mich luestern an. Ich tue so, als ob ich ihn nicht bemerke und verschwinde schleunigst - eingewickelt im Handtuch. Als ich weiter auf dem Felsen entlanggehe, bemerke ich, dass auch er aufgestanden ist und mir folgen will. Die Lust am Schwimmen ist mir mittlerweile vergangen. Ich will nur weg. Schnell ziehe ich mich an, schnappe mir mein Fahrad und rase davon.

Mein Gott, das war ein Schrecken.. Ich denke nicht, dass ich jemals dorthin zurueckkehren werde. Was sollte das sein? Eine Lehre? Es gibt keinen Ort, an dem du allein und ungestoert sein kannst?! Du musst im Leben stets auf der Hut sein? Auf der Welt gibt es Gefahren - wohin du auch schaust - wohin auch immer du entfliehen willst?!

 

2 Kommentare 19.9.07 15:08, kommentieren

Fumar puede matar

(Rauchen kann toedlich sein)... und Hungern auch. Ich bin gerade sehr schockiert. Oder nein, eigentlich bin ich wuetend. Aeusserst wuetend! Geradezu rasend!

Ich hatte gerade ein langes Gespraech mit Alex, die auch Au pair ist und praktisch die Bezugsperson fuer mich hier. Ja, fast die einzige Person ueberhaupt, zu der ich hier Kontakt habe. Sie hat mir vorhin gestanden, dass sie an einer Essstoerung leidet. Das schon seit einem Jahr.. und dass ich erst die zweite Person bin, die es hier von ihr erfaehrt.

Ehrlich gesagt, habe ich es schon geahnt. Wir hatten ein paar Tage vorher schon darueber gesprochen - und sie hat so getan als sei ihre Freundin diejenige mit dem gestoerten Essverhalten. Irgendwie wusste ich gleich, dass es sich in Wirklichkeit um sie selbst handelt. Ja, aber was will man machen? Haette ich irgendwas tun oder sagen sollen? Vor allem war es dann auch nur wieder eine Vermutung. Zum Glueck ist sie nun damit zu mir gekommen. Sie sieht alles ein.. dass es falsch ist und dass es aufhoeren muss. Das ist doch der erste Schritt, oder? Ein kleiner Anfang?! Ich kenne mich so schlecht mit dem Zeug aus. ..Obwohl ich mittlerweile schon dran gewoehnt sein muesste. Alice hat schliesslich fast dasselbe. Doch ihr konnte ich bisher nicht wirklich helfen. Doch sie war mehrere Kontinente weit entfernt von mir, muss man dazu sagen.

Ausserdem habe ich im Netz schon viel darueber gelesen. War selber schon fast auf dem Trip. Zum Glueck ist das eine Ewigkeit her und praktisch fuer mich in Vergessenheit geraten. Ich esse nun mal viel zu gern.

Das seltsame ist.. Gestern erst bin ich durch diese Blog-Community auf so einen Artikel ueber "Pro Ana" gestossen. Und musste immer weiter forschen. Dieses Thema ist ja so verdammt erschreckend und traurig. Wie konnte es in unserer Gesellschaft ueberhaupt so weit kommen? Wer sind wir? Warum sind wir Menschen so krank, koennen kein vernuenftiges, zufriedenes Leben fuehren?

Ich sehe es schon an mir selbst. War ich jemals wirklich zufrieden? Mit allem?! Unzufriedenheit liegt wohl in der Natur des Menschen. Unzufriedenheit macht den Menschen vermutlich aus. Wir sind die einzigen, die ueberhaupt einen Gedanken daran verschwenden, warum wir tun was wir tun. Und schlussendlich wird uns das in den Wahnsinn treiben. Uns alle. Und ganz am Ende ins Verderben.

1 Kommentar 21.9.07 03:13, kommentieren

Schokolade zum Fruehstueck

Hmmhh, diese "Chocolate Negro" ist einfach zum Dahinschmelzen. Ich konnte nicht widerstehen, sie hat mich so lieb angelaechelt. Ja, ihr habt richtig gelesen, ich fruehstuecke gerade.. um halb 12. Und freue mich darueber. Hach, die armen Leute, die jetzt schon ein paar Stunden bei der Arbeit sitzen.. man kann sie nur bedauern. Haha, aber ich freue mich meines Lebens!

Schaaaaaaaaaaaaaaaaaaaadenfreude.. makin' me feel glad that I'm not you! (Musical Avenue Q, Gary Coleman)

Ja, so geht es auch. Seht ihr, es geht bei mir auch anders. Vielleicht ist es nur die Schokolade, die meine Endorphine in Gang setzt.. egal. Aber so weit wie moeglicherweise einige denken, die dieses Tagebuch lesen, ist es mit mir noch nicht gekommen. Ich kann Spass haben, zweifele und verzweifele nicht nur die ganze Zeit. Doch manchmal ueberkommt mich eben die Tristesse meines Umfeldes. Und manchmal philosophiere ich auch nur ganz gern... was dann meistens kein befriedigendes Ende fuer mich hat. Na ja, wie koennte es auch anders sein? Die Philosophie beschaeftigt sich eben - eigentlich groesstenteils.. bzw. essentiell in ihrem Rohkern nur- mit dem Sinn des Lebens. Und da kann man sich als Mensch wohl kaum zufrieden geben. Denn wir alle suchen doch danach. Einige meinen moeglicherweise ihn gefunden zu haben. Doch dies ist kaum vorstellbar fuer mich. Denn wenn wir menschlichen Wesen etwas gefunden haben, sind wir doch nicht fuer die laengste Zeit damit zufrieden, oder? Irgendwann kommt wieder das Zweifeln, das Suchen.. das "Sich-auf-den-Weg-machen"...

'Cause it's a winding road [we]'ve been walking for a long time... and [we] still don't know where it goes...

 

Hm, ich weiss nicht wie ich da nun schon wieder so abdriften konnte. Ich wollte nicht philosophisch werden. Aber gut. Man soll es einfach fliessen lassen. Und das ist herausgekommen. Nun ja, ich werde mich noch ein wenig an meiner schnuckeligen Schokolade erfreuen und mir ein paar glueckliche Gedanken zusenden lassen...

1 Kommentar 21.9.07 11:52, kommentieren

Schwerenfolger - ach nee - Folgenschwerer Irrtum

Mein Gott, das ist mir jetzt peinlich.. Da ist die Rechtschreibexpertin (=ich; man sollte ja nicht zu bescheiden sein ) doch tatsaechlich einem Rechtschreib (na ja, oder eigentlich Grammatik)-Irrtum aufgesessen.

Wieso, um Himmels Willen (Weshalb benutze ich eigentlich immer "heilige" Vokabeln, wenn ich aufgeregt bin?), soll es denn bitteschoen das Blog heissen?! Der Blog klingt doch viel vernuenftiger, oder etwa nicht?

Na, was soll's. Ich gebe mich geschlagen. Wikipedia, du hast Recht. Du bist meine Bibel. Ich gebe es zu.. Ja, es war ein Fehler meinerseits (siehe allererster Eintrag). Und es tut mir leid. Entschuldige bitte, liebes Blog, ich werde dich nie wieder kraenken.

(Guetiger Himmel, daran muss ich mich erst mal gewoehnen. Aber schliesslich bin ich ein Blog-Neuling.   

1 Kommentar 21.9.07 18:45, kommentieren

Mit dem Schrecken davongekommen

Ein Trip, der mit dem Schlimmsten haette enden koennen:

Meine Cousine Rieke, ihre Freundin und ich machen uns also heute mit dem Leihwagen auf den Weg in die Berge. Obgleich es ein wenig bewoelkt ist, machen wir uns des Wetters wegen keine Sorgen, sondern sind optimistisch. Es geht auch alles gut, bis wir gerade die Gebirgsstrasse zum letzten Eingeborenendorf einschlagen. Der Himmel verdunkelt sich bedrohlich, die Berge sind schon bald gaenzlich von Nebel umhuellt. Auf einmal faengt es in Stroemen an zu regnen und binnen weniger Minuten fliesst Wasser in Baechen die Strasse hinunter. Es beginnt schlammig zu werden, einzelne Gesteinsbrocken stuerzen die Haenge hinunter. Wir fahren langsam unbeirrt weiter - ich uebrigens verstumme aengstlich auf dem Hintersitz.

Rieke hat begonnen, kleine Schauermaerchen zu erzaehlen.. die jedoch in Wirklichkeit keine Maerchen waren. Nein, vielmehr wahre Geschichten ueber Mallorca - wie vor einigen Jahren hier Urlauber vom Wetter ueberrascht wurden und verunglueckten.

Auf dem Weg ins naechste Dorf erblicken wir einige stehen gebliebene Autos. Viele Leute sind so wie wir ueberrumpelt worden von den Wetterverhaeltnissen. Mein Gott, ich war vielleicht froh, als wir da wieder raus waren! Habe mir so einiges ausgemalt.. Was waere, wenn ich hier mit den beiden verunglueckt waere? Was haetten meine Mama, meine gesamte Familie getan?!

22.9.07 20:55, kommentieren

Gemischte Gefuehle

In noch nicht einmal 24 Stunden sitze ich im Flieger zurueck nach Hause! Unglaublich.. Meine Zeit hier ist vorbei. Ich habe sie bis zum bitteren Ende abgesessen. Und bin froh. Ja, ich bin wirklich froh.

Und ein bisschen wehmuetig. Aber auch nur ein bisschen.

Das Meer wird mich nicht mehr ueberall hin begleiten, wohin ich auch gehe (Obwohl, wie kann das Meer eigentlich begleiten?! Tja, ich bin heute wohl etwas poetisch.. und folglich logisch falsch denkend. Haha. Oder so... Vielleicht bin ich auch einfach nur verwirrt.). Und ich werde nicht mehr einfach so nach 20 Minuten Busfahrt (in einem mit Touristen ueberfuellten Bus und Fahrer mit aeusserst - sagen wir - riskanter Fahrweise) in einer suedlaendisch anmutenden (obwohl, eigentlich ist sie sogar suedlaendisch.. Hach, die gute alte schoene Poetensprache!) Stadt wie Palma ankommen. Oh well!

Aber ich werde wieder im Wohnheim sein, neue Leute kennen lernen. Oh man, eigentlich freue ich mich darauf.

Good Old Germany, here I come!

26.9.07 22:21, kommentieren


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